Mit der richtigen Strategie erfolgreich Geschäftsideen finden.

Wir haben ein paar Tipps für Dich zusammengetragen, die Dir helfen können, eine Geschäftsidee zu finden, sie weiterzuentwickeln und testen.

Lesezeit: ca. 9 Minuten

Nicht alle Geschäftsideen enden mit einer erfolgreichen Unternehmensgründung. Als Gründer musst Du nicht nur einen genialen Einfall haben, sondern deine potenzielle Geschäftsidee auf Herz und Nieren checken. Denn sie wird über Scheitern oder Gelingen entscheiden. 

In den wenigsten Fällen trifft dich die perfekte Geschäftsidee in Gestalt eines Geistesblitz. Der Weg zu einer wasserdichten, umsetzbaren Geschäftsidee ist in der Regel lang. Häufig steht am Ende ein Plan auf dem Papier, der mit deiner ursprünglichen Idee gar nicht mehr so viel zu tun hat. Es gibt natürlich keine konkrete Anleitung und kein magisches Erfolgsrezept, um sich eine Geschäftsidee auszudenken. Aber es gibt einige Methoden, Anhaltspunkte und Strategien, die Dir helfen, vielversprechende Geschäftsideen entwickeln zu können. Oder diese anschließend auf ihre Tauglichkeiten zu prüfen und so deinen Traum von der Existenzgründung einen Schritt näher zu kommen.

Geschäftsideen finden
Die passenden Geschäftsideen zu finden ist ein oft langer Prozess.

Brainstorming, Mindmapping, oder Brainwriting – diese Begriffe werden Dir mit Sicherheit schon einmal im Studium oder im Beruf begegnet sein. Sie fallen in den Bereich der Kreativtechniken und eignen sich besonders gut, um den Ideenreichtum einer Gruppe zu nutzen und zu sammeln. Kreativtechniken sorgen dafür, gewohnte Sichtweisen abzulegen und völlig neue Gedankengänge zu erschließen. Dabei ist es egal, ob es um die Lösung eines Problem oder die Entwicklung von Geschäftsideen und Innovationen geht.

Das Brainstorming ist der Klassiker unter den Kreativmethoden. Dennoch ist diese Art der Ideenfindung, wenn sie richtig angewenden wird, sehr effektiv. Alex Osborne, der die Technik des Brainstormings 1939 erstmals beschrieb, stellte Grundregeln auf, die für jede Art des Brainstormings gültig sind:


  • Alle Teilnehmer sind gleichberechtigt
  • Kritik an den Ideen ist nicht erlaubt
  • Ideen sind alle gleichermaßen wertvoll und wichtig
  • Das Weiterentwickeln einer Idee von Fremden ist ausdrücklich erwünscht
  • Keine Idee ist zu verrückt, um genannt zu werden

Ein unabhängiger Moderator sollte die Gruppe (ein Minimum von fünf Personen ist ideal) in die Problematik bzw. Problemstellung einführen und den Beteiligten alle Informationen zur Verfügung stellten, die zur Ideenfindung wichtig sind. Der Moderator schreibt die einzelnen Ideen der Gruppe auf. Im Anschluss sortiert er gemeinsam mit allen Beteiligten die genannten Ideen und Einfälle, streicht lösungsferne Gedanken und fasst ähnliche Ideen zusammen.

Das Brainwriting ist eine Weiterentwicklung des Brainstorming. Hier werden die Ideen jedoch nicht laut ausgerufen und von einem Moderator gesammelt und notiert. Zwar wird auch in diesem Fall das kreative Potenzial einer Gruppe genutzt, doch beim Brainwriting schreibt jede beteiligte Person selbstständig  ihre eigenen Ideen selbst nieder.


Der Vorteil des Brainwritings gegenüber des Brainstorming ist, dass keine Ideen in der Masse untergehen, sondern alles schriftlich festgehalten wird. Außerdem kommen so auch introvertierte Personen ausführlich zu Wort. Die Gruppendynamik wirkt sich nicht hemmend auf die Kreativität der Teilnehmer aus, die zudem anonym ihre Meinung äußern können. Anschließend können die Papiere (oder elektronischen Dateien) weitergereicht werden, so dass andere Personen die Geschäftsideen weiterentwickeln können.

Der Begriff und die Methode der Mind-Map, oder des Mainmappings, lässt sich auf den britischen Psychologen Tony Buzan zurückführen. Das Ziel dabei ist es, dass die Gedanken sich frei und vor allem assoziativ entfalten können. Die Fähigkeit des menschlichen Hirns Kategorien zu bilden wird dabei angesprochen und abverlangt.


Die Struktur der Mind Map, die nach ganz bestimmten Regeln angefertigt wird, spricht sowohl die rechte Gehirnhälfte, die das bildliche Vorstellungsvermögen wie Formen, Farben und Muster verarbeitet, als auch die linke Gehirnhälfte an. Diese ist für das analytische Denken verantwortlich. Auf diese Weise wird die Leistungsfähigkeit des Hirn bestmöglich ausgeschöpft.


Die Ideen aller Teilnehmer werden auf einer Karte verzeichnet. Allerdings kannst Du diese Methode auch allein anwenden. In der Mitte steht das Thema, um das es gehen soll, in diesem Fall deine grobe Geschäftsidee oder die Vorstellung eines Produkt oder einer Dienstleistung. Idealerweise erstellt Du ein Bild oder eine Skizze dazu. Das ist der Ausgangspunkt, von dem ausgehend wird spontan für jeden tiefer gehenden Gedanken oder Unterpunkt eine Linie gezeichnet, auf denen Schlüsselworte verzeichnet werden. Von diesen Linien können dann weitere Äste abzweigen, die die Idee vertiefen oder in eine andere Richtung lenken.

Diese Methode ist nach dem berühmten Schöpfer von Mickey Mouse und Co. benannt, da er die Eigenschaften eines Träumers, eines Realisten und eines scharfen Kritikers besessen hat. Auf dieser Überlegung entwickelte der Berater Robert B. Dilts seine Methode. Eine Idee wird aus der Perspektive dieser drei Personen, die seiner Meinung nach in Walt Disney steckten, betrachtet, bis ein Lösungsansatz entstanden ist.


Diese Rollenspiel-Methode kannst Du als Einzelperson oder in der Gruppe anwenden. Im ersten Fall würdest Du selbst abwechselnd die Perspektive des Träumers, des Realisten und des Kritikers einnehmen. Im Idealfall erläutert ein Moderator die Ausgangssituation und die verschiedenen Teilnehmer kommentieren mit den Argumenten, die ihrer jeweiligen Rolle entsprechen.


Wichtig dabei ist es, dass die Rollen strikt eingehalten werden und keine Antwort durch vorschnelle Kritik unterbrochen wird. Zu diesem Zweck ist es so denkbar, die drei unterschiedlichen Personen räumlich zu trennen, so dass nur der Moderator dem Redner zuhört. Mit dieser Kreativmethode können Mängel, aber auch das Potenzial von Geschäftsideen beleuchtet werden.

Ideenfindungsmethoden
On Brainstorming, Mindmapping oder die Walt-Disney-Methode. Ideen finden sich leichter im Team.

Neben den Kreativmethoden gibt es auch Methoden,die pragmatischer an die Findung von Geschäftsideen gehen. In diesem Fall ist weniger deine Fantasie gefragt. Dementsprechend stehen Fakten und Analysen im Vordergrund.

Ansoffs Produkt-Markt-Matrix

Weniger kreativ, dafür wirtschaftlicher ist die Methode, die der Ökonom Igor Ansoff entwickelte. Er prägte den Begriff Produkt-Markt-Matrix, die auf vier Feldern basiert, die sich durch die Kombination von neuen und bestehenden Märkten und Produkten ergeben. Aus ihnen können sowohl etablierte Unternehmen als auch junge Startups mögliche Strategien ableiten. Die vier Felder der Produkt-Markt-Matrix sehen wie folgt aus:


Marktdurchdringung: In dem Fall versuchst Du einen bereits bestehenden Markt mit einem bestehenden Produkt  zu durchdringen und Dir Marktanteile zu sichern. Das kann Dir beispielsweise durch den Einsatz von Marketing- und Vertriebsmethoden gelingen. Oder durch die Wahl eines besseren Standorts als der deiner Konkurrenten. Die Strategie eröffnet nur begrenzte Wachstumsmöglichkeiten.


Produktentwicklung: Bei dieser Strategie führst Du ein neues Produkt in einen bestehenden Markt ein oder modifizierst ein existentes Produkt. Dabei gibt es verschiedene Ansatzpunkte. Eine Möglichkeit ist es, ein Produkt oder ein Angebot zu imitieren und es zu einem günstigeren Preis anzubieten. Andersherum kannst Du ein  Produkt in einer hochwertigeren Qualität anbieten.


Marktentwicklung: Hier führst Du durch Expansion ein bestehendes Produkt in einen neuen Markt ein. Der Vorteil ist, dass Du in diesem Fall keine Mitbewerber hast und ein großes Umsatzpotenzial für Dich nutzen kannst.


Diversifikation: In diesem Fall wagst Du dich in ganze neue Gewässer. Du erfindest eine innovative Dienstleistung oder ein ganz neues Produkt, um einen bisher neuen Markt zu erschließen. Allerdings kann man auch von einer Diversifikation sprechen, wenn eine Dienstleistung oder ein Produkt verbessert wird. Diese Strategie birgt gleichzeitig das höchste Absatzpotenzial und das höchste Risiko zu scheitern.

Die Painspotting-Methode drückt den Finger in die Wunde. Im Deutschen bedeutet der Name dieser Methode so viel wie “den Schmerz finden”. Das Prinzip ist ganz einfach: Du ärgerst dich so sehr über den Mangel an einer Dienstleistung oder einem Produkt, dass Du als Unternehmer eine Lösung dafür entwickelst und es besser machst. Die Geschäftsideen entstehen hier aus dem Bedürfnis, ein Problem zu lösen.


In erster Linie musst Du ein guter Beobachter sein,wenn Du diese Methode anwenden willst. Über welches Produkt oder welche Dienstleistung ärgerst Du dich? Oder deine Freunde, Familie, Kollegen und andere Mitmenschen? Das kann ein schrecklicher Kundenservice sein oder ein schlecht bedienbares Gerät. Oder eine Dienstleistung, die Dir einfach fehlt. wichtig ist dabei natürlich, dass dieser Mangel von genügend Menschen empfunden wird, damit es später auch Abnehmer für deine Idee gibt.


Mithilfe der Painspotting-Methode entstanden beispielsweise die Unternehmen SugarShape, einem Dessous-Shop, der Damenunterwäsche in großen Größen anbietet und Towell Plus, das Handtücher herstellt, die auf die Bedürfnisse von Sportlern angepasst sind. Die Geschäftsideen entstanden aufgrund des Ärgers über lieblos designte BHs in großen Größen beziehungsweise Handtücher, die sich als unpraktisch beim Sport erweisen. Die Handtücher von Towell Plus wurden ein Aufbewahrungsfach für Handy, Spintschlüssel und Geldbeutel erweitert und verfügen über einen Magnetclip, mit dem sich das Handtuch am Sportgerät befestigen lässt.

Stelle dir einen unerschlossenen, tiefblauen Ozean vor, der vor die liegt und den Du als erster entdecken willst. Auf dieser Vorstellung basiert die Blue-Ocean-Strategie. Der Ozean in diesem Fall ein völlig neuer Markt, den es zu erschließen gilt. Im Gegensatz zu den stark umkämpften Märkten (den Red Oceans) gibt es noch keine Konkurrenz für Dein Unternehmen oder dein Produkt. Die Geschäftsideen, die auf Grundlage dieser Methode entstehen, weisen einen sehr hohen Innovationsgrad auf. Die Nachfrage der Kunden wird erst auf dem Markt neu erzeugt und ermöglicht somit ein profitables Wachstum.


Die Blue-Ocean-Strategie wurde 1997 von  W. Chan Kim und Renée Mauborgne entwickelt und nach mehreren Tests 2005 in buchform veröffentlicht. Hinter dieser Strategie steckt der Gedanke, dass erfolgreiche Unternehmen sich nicht am Wettbewerb orientieren, sondern eigene innovative Wege suchen, um neue Märkte zu schaffen.


Dem japanischen Konsolen-Hersteller Nintendo gelang die erfolgreiche Erschließung solch eines Blue Oceans mit der Spielekonsole Nintendo Wii. Nintendo entzog sich dem Konkurrenzkampf um Rechen- und Grafikleistung und führte ein völlig neues Steuerungskonzept ein, dass auf Bewegungssensoren basiert.

Ob deine Geschäftsidee sich realisieren lässt, ist natürlich auch eine Frage der Finanzierung. Wenn Dir kein eigenes Kaptial zur Verfügung steht, gibt es dennoch Wege deinen Traum von der Selbstständigkeit zu realisieren. Die Vorraussetzungen sind, dass Du genügend Fachwissen und einen sehr gut ausgearbeitet Plan vorweisen kannst.


Passende Geschäftsideen ohne Eigenkapital können beispielsweise sein, ein Onlinebusiness zu gründen. Auf diese Weise kannst Du über deine eigene Website dein Know-How verkaufen. Desweiteren besteht die Möglichkeit, sich mit einem Franchise selbstständig zu machen. Da du ein in ein erprobtes Wirtschaftssystem einsteigst, startest Du mit einem geringeren Risiko. Nicht alle Franchise-Systeme verlangen ein Eigenkapital.

Bevor Du mit deiner Idee die nächsten Schritte gehst und einen Business- beziehungsweise Finanzplan erstellst, prüfe dein eigenen Geschäftskonzept auf Herz und Nieren. Sei dein schärfster Kritiker. Die größte Schwierigkeit besteht darin, eine kritische Distanz zu wahren und unvoreingenommen auf deine eigene Idee zu blicken.


Selbstverständlich möchtest Du, dass dein eigenes Projekt gelingt. Doch das führt häufig dazu, dass über Schwächen und kleinere Mängel hinweggesehen werden oder diese in ein positives Licht gerückt werden. Daher solltest Du versuchen, mit den Augen eines Fremden auf deine Geschäftsideen zu blicken. Ist deine Geschäftsidee schlüssig und nachvollziehbar? Um diese Frage zu beantworten, musst Du Schritt für Schritt deine eigene Idee überdenken. Versetze Dich in die Lage deiner zukünftigen Kunden. Gibt es Fallen oder logische Brüche in deiner Idee, über die er stolpert?


Denn genau dieser Situation bist Du ausgesetzt, wenn dein Produkt oder deine Dienstleistung erst einmal auf dem Markt ist. Deine Kunden werden Dir keinen Freundschaftsbonus gewähren oder über Mängel hinwegsehen. Sie werden dein Produkt bewerten und im schlimmsten Fall nicht kaufen wollen. Aus diesem Grund sollte Du jedes Urteil von Dir oder deinen Partnern ernst nehmen, bevor aus einer Geschäftsidee eine Unternehmensgründung wird.

Na Los! Wer sucht, der findet auch seine Geschäftsidee

Um für gelungene Geschäftsideen Beispiele zu finden, musst Du nicht lange suchen. Das Internet wimmelt vom erfolgreichen Gründerstorys. Auch erzählen viele Unternehmer von der Geschichte ihres Scheiterns, so dass andere ihre Lehren daraus ziehen können. Die perfekte Idee, die sich sofort in die Tat umsetzen lässt, können wir dir nicht liefern. Aber mit der richtigen Methode können aus vagen Einfällen ausgeklügelte Geschäftsideen werden. Versuch es doch einfach!


Kennst Du dich mit dem Entwickeln von Geschäftsideen besonders gut aus oder hast mit deiner Idee erfolgreich ein Unternehmen gegründet? Dann teile Erfahrungen gerne mit uns und der Community!

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